Kunsthalle | Programm

Ausstellungen und Veranstaltungen

NAIRS Leitmotiv 2019

Quell-Land Nairs – Nairs als Quell der Kunst

Jubiläum – Quellen
Die Fundaziun Nairs nimmt das 650-Jahr-Jubiläum der Mineralwasser zum Anlass, den Ort mit seinen unzähligen Quellen künstlerisch zu thematisieren. Der Nukleus Nairs und seine Geschichte bis in die Gegenwart ist geprägt vom Wasser des Inn und den Quellen im ‚Engadiner Fenster’. Im Jubiläumsjahr der Quellen fokussiert die Fundaziun Nairs besonders auf die Einzigartigkeit des Orts.

Nairs als Quell der Kunst. Nairs berührt.
Nairs als Resonanzraum ist in mehrfachem Sinn des Wortes unsere Quelle: Lucius, Bonifaci-us und Emerita – die unter der Kuppel der Büvetta gefassten Mineralquellen – haben die Investoren im 19. Jahrhundert beflügelt und hier am tiefsten Punkt des Tales das Kurhaus Tarasp und das Ensemble Nairs entstehen lassen. Dass der Ort heute noch genauso seine Wirkkraft hat wie zu den Pionierzeiten des Kurtourismus, bestätigen jedes Jahr die Künstlerinnen und Künstler, die hier in diesem Umfeld arbeiten: Mittlerweile sind weltweit verstreut unzählige (gegen 1000!) Künstler*innen NAIRS-infiziert; sie tragen den Kraftort und seine Vision in sich und in die Welt hinaus. Durch die kontinuierliche und vertiefte Auseinandersetzung mit dem Ort (cite specifity) schaffen die Künstler*innen ein ‚Klima’, das dem Ort Zukunft einhaucht auf der Basis seiner eigenen Geschichte.

Nairs ist der Ort der Quellen. Nairs reflektiert.
Den Resonanzraum klingen zu hören, auf ihn einzugehen, mit ihm zu wachsen und ihn neu zu interpretieren, hat nichts Visionäres an sich. Es ist der Ort selbst, der die Vision in sich trägt. Dies zu erfahren braucht jedoch viel Achtsamkeit und eine vertiefte Wahrnehmungsfähigkeit. Genau diese Eigenschaften bringen die meisten Künstler*innen mit; sie agieren mit seismografischer Präzision in einer Gesellschaft, die sich in einer tiefen Wahrnehmungskrise befindet. Nairs fördert, reflektiert und vermittelt die Kompetenzen der Wahrnehmungsspezialist*innen, die die Gesellschaft so dringend braucht.

Nairs transformiert. HandWerk.
Das Bearbeiten und die Transformation von Materie beschäftigen uns auf unterschiedliche Weise. Handwerkliche Prozesse sind selbstverständlicher Bestandteil bei der Entstehung von Kunstwerken und ebenso von baukulturellen Leistungen. In beiden Bereichen ist die Fundaziun Nairs 2019 schwerpunktmässig tätig.

Die Hand produziert die Werke. Heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Das Handwerkli-che spiegelt die Wiederentdeckung der eigenen Möglichkeiten und des Machens. Durch das «Selbermachen», durch das Erlebnis im Widerstand mit dem Material, kann ein tieferes Verständnis davon erlangt werden, was «hinter den sichtbaren Dingen» steckt. Einsichten durch Erfahrungen ermöglichen einen Zugang zum kulturellen Erbe. In einer zunehmend digitalisierten und entmaterialisierten (Um)Welt sind körperliche und authentische Erfahrungen wertvoller denn je.

Die Landschaft als Quelle der Baukultur – Projekt Kalkgewinnung und Kalkverarbei-tung als Basis der Baukultur
Das breit angelegte und mehrere Jahre dauernde Projekt hat 2017 mit dem Wiederaufbau eines Kalkofens in Sur En da Sent durch die Fundaziun Nairs begonnen. Die Vision (2019–2024) besteht darin, Identität und Kontinuität zu schaffen. Auf der Basis des Kalkofens wird ein ‚Kalkdorf’ entstehen, wo das Brennen von Kalk, das Einsumpfen und Verarbeiten von Kalk bis hin zur Sgraffito-Technik vermittelt werden sollen. Durch das «Selbermachen», durch das Erlebnis im Widerstand mit dem Material, kann ein tieferes Verständnis davon erlangt werden, was «hinter den sichtbaren Dingen» steckt. Nur noch wenige Spezialisten kennen heute die Hintergründe, Rezepte und Techniken des materiellen Kulturerbes Kalkbrand sowie seine Verarbeitungsweisen mit dem gewonnenen Material. Traditionelles Handwerk braucht mehr öffentliches Bewusstsein zu seinem gesellschaftlichen Wert, um erhalten zu bleiben. Der Berufszweig der traditionellen Kalkverarbeitung und das damit verbundene Wissen und Können sind vom Aussterben bedroht.

Das Projekt «Kalkgewinnung und Kalkverarbeitung als Basis der Baukultur» ist nicht nur als nachhaltige Antwort auf die Massenproduktion globaler Märkte und überbordenden Konsum relevant, sondern auch im Hinblick auf eine Sensibilisierung für ein sinnvolles und aussichtsreiches Bildungs- und Berufsangebot für kommende Generationen sowie die kulturelle Weiterentwicklung.

Christof Rösch, Co-Direktor und Künstlerischer Leiter Fundaziun Nairs
Januar 2019

Translation available / Traducziun disponibel : Englisch, Romanisch

Kommende Veranstaltungen

  1. 21. Jun   |   15:00 - 18:00 Uhr

    Amis da Nairs — Generalversammlung

  2. 21. Jun   |   18:00 - 20:00 Uhr

    Vernissage «INN-DIARY» und «Jürg Stäuble»

  3. 22. Jun 2019 - 27. Okt 2019|15:00 - 18:00

    INN-DIARY — Eine Ausstellung zu Quellen und Kunst in Nairs

  4. 22. Jun 2019 - 27. Okt 2019|15:00 - 18:00

    Jürg Stäuble — Zeichnungen und Objekte