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Ausstellungen und Veranstaltungen

NAIRS Leitmotiv 2017
NAIRS zwischen dem Lokalen und dem Globalen: Das Glokale.

Lokal Global
Die intensive ortsspezifische Auseinandersetzung, die NAIRS seit Jahren praktiziert, schafft uns die nötige kulturelle Basis, um uns der Welt zu öffnen und gleichzeitig das neue Betriebskonzept, das den Aufbau von internationalen Partnerschaften für unser AIR-Programm in den nächsten Jahren vorsieht, umzusetzen. Mit dem Ausstellungsduo SPOT ON 2 und INTERVAL IN SPACE sowie weiteren Programmschwerpunkten wagt NAIRS auch im öffentlichen Programm den Spagat zwischen dem Lokalen und dem Globalen und setzt damit einen ersten Markstein, der dem Konzept NAIRS FUTUR entwächst und diesem Rechnung trägt.

Das Ensemble Nairs – heute würde man es Ressort nennen – ist eine einzigartige Pionierleistung aus dem 19. Jahrhundert. Es geht immer wieder darum, die vorhandenen Qualitäten zu erkennen, diese zu begreifen und zu erhalten, sowie die im Speicher Nairs lagernden Geschichten gegenwärtig zu machen und ins Licht zu holen: SPOT ON 2 ist der Titel der 1. Ausstellung 2017 (Vernissage Mitte März 2017), die das Gegenwärtig machen von Vergangenheit einerseits und das „Beleuchten“ der Gegenwart mit Blick in die Zukunft andererseits thematisiert. Unsere Vergangenheit und die damit verbundene kulturelle Identität sind der Schlüssel und die Ressource für alles Kommende. Die 2. Ausstellung INTERVAL IN SPACE spannt einen Bogen zwischen der Schweizer Kunstszene und derjenigen von Hong Kong/China. Die Vernetzung des Engadins mit der Schweizer Kunstszene und gleichzeitig mit China sind dabei Programm.

Glokalisierung
Die betont internationale oder vielmehr „glokale“ Ausrichtung des AIRP (Artists in Residence Program) ist dem verstärkten interkulturellen Fokus von NAIRS geschuldet. Dieser schlägt sich auch im Programm nieder. Der Begriff der „Glokalisierung“ ist für die Konzeption des neuen NAIRS grundlegend. „Glokalisierung“ bezeichnet die Verbindung und das Nebeneinander des vieldimensionalen Prozesses der Globalisierung und seiner lokalen und regionalen Auswirkungen und Zusammenhänge. Aufgrund globaler und gleichzeitig lokaler Vernetzungen entstehen Netzwerke, die zum einen für die Bildung transnationaler Produktions-und Vermarktungsstrukturen verantwortlich sind und zum anderen für die Veränderung der jeweiligen Kulturen“ (Wikipedia, Definition des Begriffs „Glokalisierung“).

Das neue NAIRS definiert sich als aktiver Netzknoten in dieser glokalen Struktur. Ein „aktiver Netzknoten“ ist sowohl Sender als auch Empfänger. Als solcher „Netzknoten“ verfolgt NAIRS das Ziel, den Dialog, den Austausch und die Verständigung zwischen Kulturschaffenden aus allen Kontinenten und Kulturkreisen in Praxis und Theorie zu fördern. Das Unterengadin als Lebensraum einer kleinen, aber sowohl im Kanton als auch im ganzen Land gleichberechtigten und geachteten kulturellen Minderheit, der Rumantschia, ist dafür der prädestinierte Ort.

Transdisziplinarität
NAIRS setzt mit seinen Veranstaltungen immer wieder transdisziplinäre Akzente und vermittelt durch die Arbeit der KünstlerInnen vor Ort zwischen den unvereinbar scheinenden Werten der Natur, der Ökologie, der Kultur und der Kunst, sowie der Ökonomie. Wenn wir es schaffen, mittels den Ideen und Werken der Kunst, die Aufmerksamkeit und den Fokus auf Nairs zu steigern, ist dies letztlich eine Investition in die Zukunft und ein Gewinn für die Region. Nach über 25 Jahren ununterbrochener künstlerischer Aktivitäten am und für den Ort, stehen wir heute an der Schwelle zu einer breiteren Wahrnehmung des NUKLEUS NAIRS in der Öffentlichkeit. NAIRS bleibt der Wächter über die kulturellen Errungenschaften, belebt diese immer wieder anders und ist dadurch Katalysator für kommende Neuinterpretationen.

Ort und Vision
Die Vision ist im Ort angelegt. Es geht darum, dass wir sie erkennen, in der Gegenwart greifbar und erlebbar machen und uns damit für die Zukunft rüsten. Diese kulturelle Basisarbeit vor Ort ist als „ortsspezifisches Handeln“ (sight specifity) im echten Sinn des Wortes zu bezeichnen. Haben wir uns den Nukleus zu Eigen gemacht, sind wir fähig uns den globalen kulturellen Herausforderungen zu stellen. Vereinfacht ausgedrückt ist dies die Herausforderung für NAIRS FUTUR: Wurzeln schlagen und gleichzeitig global vernetzt agieren.

Christof Rösch / Stand 17.01.2017

Translation available / Traducziun disponibel : Englisch, Romanisch