John Wolf Brennan

JOHN_WOLF_BRENNAN_portrait 12_web

John Wolf Brennan, geboren 1954 in Dublin/Ir[r]land, war schon zu Beginn seiner Musikerlaufbahn ein Auslaufmodell und ist deshalb bis heute noch gern zu Fuss unterwegs. Mit dem Ensemble pago libre pflegt er eine “stupende Virtuosität zwischen Klassik, Jazz und Folk” (SRF2 Aktuell). Als Komponist schrieb er zahlreiche literarisch inspirierte Werke, u.a. die Sprechoper “Güdelmäntig” (nach Thomas Hürlimann, UA 2004), die Oper “Night.Shift” (nach Rudolph Straub & W.H.Auden, UA 2007 St.Gallen, mit Noëmi Nadelmann), “SILK/ST/RINGS” für Yang Jing (Pipa) und das Concert Guitar Trio, “A Golly Gal’s Way to Galway Bay“ für James Galway, “Zum Gipfel und zurück” für Arkady Shilkloper (Alphorn). Als Pianist schuf er sieben Soloprogramme, zuletzt “Pictures in a Gallery”, “Das Wohlpräparierte Klavier” und „The Speed of Dark“ mit Konzertreisen in USA, Kanada, Japan, China, Russland, Ukraine und Europa. Er wohnt seensüchtig bergtüchtig in Weggis (keltisch “Wattawis”: “Ort der Fährleute”) am KlaVierstallwättersee.

www.brennan.ch
www.pagolibre.com
johnwolf@brennan.ch

Fotos und Text zum Projekt

„Singende Städte“ von John Wolf Brennan

„Einmal im Jahr vibriert tobt und tost die Stadt
platzt aus allen Pflasternähten und Musikfugen
zieht mit Gott und dem Teufel Gross und Klein

durch den Dreck bettet wer weiss auf Rosen
Rhythmen in Blues Rock Marsch und Samba
ein Dreivierteltakter Ich du sie Ich du sie

Tango tanzen Bär und Bärin verkeilt zwischen
Kreuz- und Knieschritten bis auf den Asphalt
aus der Drachenburg speit einer Blut

Heute Hannibal und Amazone durchgeritten
uns wird selbst nur noch Maske Schritt und Musik
die Geheimkunst des Tänzelns durch die Stadt

glücklich dass ihr so viele Narren und Närrinnen
gehören nicht nur die Fremden die als einzige
das Horn hören zur Rundreise auf dem See“

aus: Leonor Gnos, Singende Städte,
Verlag Martin Wallimann, Alpnach 2009

Der Komponist John Wolf Brennan arbeitet an der Vertonung des Gedichtbandes “Singende Städte”, in dem die Innerschweizer Autorin Leonor Gnos die Tradition und Moderne, alte und neue Mythen, Ankommen und Weggehen in den sechs Städten Luzern, Athen, Istanbul, Kairo, Marseille und Paris motivisch-musikalisch umkreist. Eine zentrale Metapher bildet dabei der Fluss mit seinen Strömungslehren und -leeren, unterschiedlichen Fliessgeschwindigkeiten, Wirbeln, Katarakten und Gegenströmungen, Seitenkanälen und Zusammenflüssen, von der Quelle bis zur Mündung. Ob Inn oder Nil, Reuss oder Rhone, Bosporus oder Seine: panta rhei – alles fliesst. Gleichzeitig kann man nicht zweimal in den gleichen (Klang-)Fluss steigen…

Translation available / Traducziun disponibel : Englisch, Romanisch