Gabriele Horndasch

Zu den Fotos:
satter rap im gebüsch erkoren – sing von nippon braver wuenscher
1. und 2. Zeile
Dezember 2011 – März 2012
Bewegliche Neon-Installation im Rahmen der Ausstellung
“Zwischen den Zeichen”
Japanisches Kulturinstitut Köln

Gabriele Horndasch ist Bildhauerin, die sich zwischen den Disziplinen bewegt. Sie lebt in Düsseldorf und hat in den letzten Jahren längere Arbeitsaufenthalte in Frankreich, Südkorea, Polen und den Niederlanden verbracht.

„… Wenn die Zeichen in ihren Festlegungen und Verbindlichkeiten für Sinn und Ordnung in unserem Leben sorgen, was geschieht dort, wo die Zeichen sich als unzulänglich oder irreführend erweisen? Horndaschs Kunst setzt dort an, wo unsere Alltagswirklichkeit unser Denken und Verhalten mit den Zeichen der Sprache fest im Griff zu haben scheint. Der sinnvollen Inhaltlichkeit unserer geschriebenen Sprache rückt sie […] zu Leibe…  „Raub im Schatten/ Wo Sperber vor Vergnügen/ rosa Kirschen nippen“, heißt es da. Oder: „Gib Narkose/ verschütt Propangas/ Wir verbrennen im Porsche neu.“ Mit Wörtern halten Sinnlosigkeit und Parodoxie in unser vertrautes sprachliches Zeichensystem Einzug. Und damit verbunden verlieren wir nicht nur die Sicherheit der Orientierung, sondern unsere Fantasie wird zugleich mit allerhand Verrücktheiten beflügelt. So scheinen nicht mehr die Zeichen selber als das Wesentliche, sondern der Raum „zwischen den Zeichen“, in dem wir uns verlieren und uns finden können. Und dabei wissen wir plötzlich nicht mehr so recht, ob wir den Zeichen, denen wir sonst ungefragt folgen, tatsächlich trauen können. Eine Welt aus zerhackten Buchstabensystemen ist brüchig. Und alles könnte auch ganz anders sein. Das spricht als Erkenntnis aus Horndaschs Wortbildern. Und damit aktualisiert sie die ebenso radikalen wie witzigen Wortspielereien der Dadaisten ebenso wie die Sprachkritik der Dichter der Konkreten Poesie…“

aus: „Das Unaussprechliche zeigen“ von Jürgen Kisters Kölner Stadtanzeiger 21.2.2012

www.gabriele-horndasch.de
vonhorndasch@web.de

  Portraitfoto:  Christian Konrad, 2011

Translation available / Traducziun disponibel : German, Romansh