Barblina Meierhans

Stipendiatin 2011/2013

Barblina Meierhans © Ona Pinkus

Barblina Meierhans schafft Arbeiten im Bereich instrumentaler Komposition, Musiktheater und Installation mit einer Vorliebe für Orte und Räumliches. Dabei wird eher reduziert als ausgeschmückt: sie versucht der Essenz einer klanglichen Situation auf die Schliche zu kommen und findet gerade hierin die weitreichendsten abstrakten Bezüge.

Barblina Meierhans studierte Komposition, Violine, Viola und experimentelles Musiktheater an den Hochschulen der Künste Zürich, Bern und an der Hochschule für Musik Dresden. Kompositorische Impulse erhielt sie u.a. von Mark Andre, Manos Tsangaris, Franz Martin Olbrisch, Georges Aperghis und Xavier Dayer. Weiterführende Studien in Transdisziplinarität.
Ihre Arbeiten wurden im In- und nahen europäischen Ausland, vereinzelt auch in Indien und Südkorea aufgeführt und waren u.a. bei Ultraschall Berlin, mikromusik Festival, Tage für neue Kammermusik Witten, Festival Archipel Genève, Kontraklang Berlin, New Talents Biennale Cologne, Akademie der Künste Berlin, Kyung Hee University Seoul, Sächsischen Akademie der Künste und Tonlagen Festival Dresden zu hören. Sie erhielt einige Auszeichnungen und Stipendien, u.a. 2017 Förderpreis für junge Komponisten und Musikwissenschaftler Leipzig; 2015 Auslandatelier-Stipendium Berlin der Stadt Zürich; 2013 Studio Residency in Bangalore und New Delhi, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia; 2011 Stipendiatin im Zentrum für Gegenwartskunst Nairs; 2009 Auszeichnung mit dem BEST-Trächselstipendium des Kantons Bern. Seit Sommer 2016 hielt sie ein Seminar in ‚Fluxus und aktuelle Konsequenzen’ an der HfM Dresden und ein Modul in ‚Material schlachten’ (Co-Leitung mit Prof. Mira Sack) an der ZHdK Zürich.

Barblina Meierhans lebt und arbeitet gerne unterwegs, ihr Zuhause ist in Zürich.

www.barblina.net
barblina@meierhans.net

 

Projekt

Unterwegs Daheim
Ein experimentelles Feature über die Sehnsucht nach Heimat – eine Berg und Talfahrt

In den vergangenen sechs Jahrzehnten fand eine beschleunigte Verschiebung menschlicher Siedlungen vom Ruralen ins Urbane statt. So wohnten 1950 in der Schweiz von den gut 4,7 Mio. Einwohnern bereits 2,1 Mio. (45 Prozent) in den damals als „städtisch“ definierten Räumen. Bis zum Jahr 2000 ist die Zahl der Agglomerationsbewohner gar auf 5,3 Mio. (73 Prozent) der Bevölkerung angestiegen. In der Schweiz nennt sich das Zuhause im Volksmund „Heimetli“ – der eigene Bauernhof. Durch die vielen Wohnortswechsel ist jedoch selten mehr klar, wo man sich zu Hause fühlt. Wir sind durch das viele Unterwegssein, unterwegs daheim.

Was kann der Begriff Heimat heute bedeuten – in wie fern ist sie durch Zeit und Bewegung veränderbar? Entspringt der Begriff der Heimat einer Sehnsucht – Ist Heimat ein Klischee oder real? Was hat Heimat mit der Landschaft und der Umgebung zu tun? In wie fern beeinflusst uns die akustische Umwelt im Gefühl des Zuhause Seins?

Das Resultat der Recherche wird in Form eines konzertanten Features präsentiert. Ausgangspunkt sind Tonaufnahmen von der Umgebung, Interviews mit Passanten und Eigenkompositionen. Elemente daraus werden sowohl nach musikalischen, als auch inhaltlichen Kriterien ausgewählt und in eine akustische Collage zusammengestellt.

Translation available / Traducziun disponibel : German, Romansh