Renovation und Betriebskonzept

Durch die baulichen Randbedingungen war die im Stiftungszweck angelegte Entfaltung und Weiterentwicklung des Betriebs fundamental eingeschränkt.

Wie das Vorprojekt der Architekten Padrun und Rösch zeigt, wird die Stiftung durch die Renovation in die Lage versetzt, sich weiter zu entwickeln und ein neues, zukunftsweisendes Betriebskonzept zu realisieren. Die wesentlichen Veränderungen der betrieblichen Grundlagen sind:

Übergang zum Ganzjahresbetrieb

Da das Gebäude in seinem heutigen Zustand über keine Heizung verfügt, war die Stiftung bisher auf einen Sommerbetrieb von max. 5 ½ Monaten eingeschränkt. Durch den Einbau einer Heizanlage ist der Übergang zu einem Ganzjahresbetrieb möglich. Das neue Betriebskonzept sieht vor, das Gebäude – zumindest partiell – ganzjährig zu nutzen und den regulären Stiftungsbetrieb auf 9 – 10 Monate pro Jahr auszudehnen.

Der Einbau einer Heizung verlangt nach thermischen Verbesserungen der gesamten Gebäudehülle. Eine Aussenisolation ist jedoch aus denkmalpflegerischen Gründen ausgeschlossen und kommt daher nicht in Betracht. Geplant sind eine partielle innere Isolation: Kellerboden und Dachboden werden durchgängig isoliert; ebenso Teile der Nordfassade. Das bestehende, mit Blech eingedeckte Dach, bleibt ein Kaltdach.

Hauptmassnahme zur thermischen Verbesserung ist jedoch eine zweite Fensterschicht im Innern. Hinter sämtlichen historischen, einfachverglasten Fenstern, die lediglich gerichtet und renoviert werden, wird eine neue Isolierglasschicht angebracht.

Die Heizanlage wird in verschiedene Gruppen unterteilt, so dass auch nur Teile des Gebäudes geheizt werden können. So können im Winter Veranstaltungen durchgeführt werden ohne das gesamte Haus zu heizen.

Schaffung des nötigen Raumangebots für den Kunsthallenbetrieb

Die Umnutzung des Sockelgeschosses (UG) (früher Schlosserei, Wäscherei und Glätterei) schafft zusätzliche Raumkapazitäten für den Kunsthallenbetrieb. Nimmt man das auch weiterhin nur im Sommer nutzbare Dachgeschoss dazu, entstehen durchgehende Ausstellungsräumlichkeiten von ca. 360 qm auf vier Etagen.

Vor allem der mittlere Raum im UG erfährt konzeptionell und baulich eine starke Aufwertung. Durch eine neue, breitere Treppenanlage erschlossen, wird er zur Mitte und zum Angelpunkt für alle öffentlichen Anlässe des Hauses. Der Raum wird multifunktional nutzbar gemacht und kann nicht nur für Ausstellungen, sondern auch für Essen, kleinere Anlässe, als Bistro (mit Terrasse auf den Inn hinaus) sowie als Bar- und Musikraum Verwendung finden.

Erstellung eines multifunktionalen Veranstaltungsraums für den Betrieb als Kulturzentrum

In der ehemaligen Glätterei entsteht neu ein multifunktionaler Veranstaltungsraum mit variabler Bühne für max. 150 Personen. Dadurch wird eine Verdoppelung der heutigen Besucherkapazität für Anlässe bei grösserer Raumqualität geschaffen.

Weiter verbessert wird die Nutzungsqualität als Kulturzentrum durch eine neue Raumstruktur unter der gesamten Länge der Pfeilergalerie Nord, welche sämtliche Servicefunktionen für den öffentlichen Teil des Hauses aufzunehmen vermag. Es sind dies ein Lagerraum, eine Künstlergarderobe, eine Küche, eine WC-Anlage, ein Technikraum (Heizung, Sanitär, Elektrisch) und ein Lagerraum für die Pellet-Heizung.

Klare Trennung von Künstlerhaus und Kunsthalle

Die beiden Funktionen Künstlerhaus und Kunsthalle, die bisher ineinander verwoben waren, werden baulich klar voneinander getrennt. So steht auch künftig der Mittelteil des Gebäudes auf allen Etagen für den Ausstellungsbetrieb zur Verfügung. Die beiden Seitenflügel im Erdgeschoss und im Obergeschoss werden durch Türen vom Mittelteil abgetrennt und sind ganz den StipendiatInnen vorbehalten. In ihnen sind deren Wohn-und Arbeitsräume untergebracht.

Durch die baulichen Veränderungen erhält das Gebäude zukünftig eine grössere Nutzungsfreiheit. Ausstellungen und öffentliche Veranstaltungen können nun ganzjährig durchgeführt werden, ohne den Betrieb des Künstlerhauses zu tangieren.

Verbesserung der Infrastruktur des Künstlerhauses

Die vier Nasszellen werden erneuert, aber an den alten Orten belassen. Die Küche wird räumlich vergrössert und total erneuert. Sämtliche Schlaf- und Aufenthaltsräume werden saniert und neu eingerichtet. Zum gedeckten Aussenraum Nordwest, wo im Sommer unter den Arkaden gegessen werden kann, wird vom Küchenbereich her ein direkter Zugang geschaffen. Im Untergeschoss Ost entsteht ein neues Sommeratelier, das auch als zusätzlicher Ausstellungsraum genutzt werden kann. Es erhält einen direkten Eingang von aussen.

Neue Erschliessung im Aussenraum

Durch eine neue Erschliessung im Aussenraum kann das Gebäude vollständig umgangen werden. Dadurch wird auch die neue, auf den Inn hinausblickende Terrasse für den Bistrobetrieb von aussen her zugänglich.

Translation available / Traducziun disponibel : Englisch, Romanisch